Ein anderes Buch suchen:

Fin de Siecle .:. Hans Sandreuter

Lindemann, Bernd Wolfgang [Hrsg.], Fin de Siècle in Basel. Hans Sandreuter 1850–1901. Basel: Schwabe, 2001. 68 Seiten mit Abbildungen. Kartoniert. 4to.
* Katalog der Ausstellung im Kunstmuseum Basel 17. November 2001 bis 17. Februar 2002 / Öffentliche Kunstsammlung Basel.

Lindemann Bernd Wolfgang Hrsg | Biographien Kunst | Kuenstlermonographien | Hans Sandreuter | XIX Jahrhundert | Malerei | Fin de Siecle
http://book.ac/117303.html





Während das Werk Arnold Böcklins turnusmässig in jedem Vierteljahrhundert neu präsentiert und in seiner Wirkung erprobt wird, ist es um den Mann, der gemeinhin als sein engster Schüler gilt, stiller geworden. Wurde Hans Sandreuter noch im Jahr nach seinem Tode in der Kunsthalle Basel mit einer Gedächtnis-Ausstellung geehrt, so trifft man ihn heute lediglich in grösseren Überblicksschauen der Schweizer Kunst des 19. Jahrhunderts an. Eine monographische Unternehmung schien in den letzten Jahrzehnten unvorstellbar geworden zu sein.
Zeigen Sandreuters frühe, während seiner Akademiezeit in München entstandene Landschaftsbilder eine Prägung durch den Münchner Leibl-Kreis, so sind seine Figurenbilder in hohem Masse Arnold Böcklin verpflichtet. In den 1890er Jahren jedoch beginnt eine allmähliche Emanzipation von Böcklin. Die späten Landschaften tendieren in zunehmendem Masse zur Stilisierung der Natureindrücke, wobei auch dies wieder Parallelen in der Münchner Malerei hat.
Im letzten Jahrzehnt seines Lebens erhält Hans Sandreuter vermehrt Aufträge zu monumentalen Dekorationen (Schmiedenzunft Basel, Schweizerisches Landesmuseum Zürich, Kuppelhalle des Bundeshauses Bern).
Seit 1897/98 lässt sich Sandreuter in Riehen nach Plänen des Architekten Emanuel La Roche ein Wohnhaus bauen. Er entwirft für das neue Heim eine Fülle von Einrichtungsgegenständen, die er zu einem grossen Teil auch selbst ausführt: Möbel mit Flachschnitzereien, Ofenkacheln, die gemalte Dekoration des Hauses, ein Mosaik aus Porzellanscherben, einen Paravent. In diesen Werken zeigt er sich einer Richtung der Moderne verpflichtet, wie wir sie aus England kennen, vor allem aus den Arbeiten von William Morris und seinem Kreis.
Die hundertste Wiederkehr seines Todestages ist äusserer Anlass für den Versuch, nach langer Zeit wieder einmal ausschliesslich und in grösserer Zahl Werke Hans Sandreuters der Öffentlichkeit zu präsentieren. Es gilt, mehr zu entdecken als den Böcklin-Schüler, ja Böcklin-Nachahmer, wie er bereits zu Lebzeiten nicht ohne schmähenden Unterton genannt wurde. Vor allem gilt es, in Hans Sandreuters Oeuvre erstaunliche Vielseitigkeit kennen zu lernen. Er war Maler nicht nur an der Staffelei, sondern auch im monumentalen Format der Dekorationskunst. Sein früher Tod im eben erst bezogenen Haus "Zur Mohrhalde" beendete das Leben eines Künstlers, dessen Talent vielleicht noch gar nicht zur vollen Entfaltung gelangt war.


Comenius-Antiquariat | Aktuell | Kataloge | Bücher | Übersicht